KfW 458: Schallpflicht für Wärmepumpen – welche Geräte 2026 noch förderfähig sind
Seit dem 1. Januar 2026 gilt bei der KfW-Heizungsförderung (Programm 458) eine verschärfte Schallanforderung: Das Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe muss im Schallleistungspegel (L_WA) mindestens 10 dB(A) unter den Grenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung Nr. 813/2013 liegen. Für Förderanträge ab dem 1. Januar 2026 sind Geräte, die diesen Wert nicht erreichen, vollständig von der Förderung ausgeschlossen.
In der Praxis ist diese Regelung vielen Installateursbetrieben und Eigentümern nicht bekannt. Das Resultat: Der Förderantrag scheitert im Nachgang – oder der Zuschuss muss zurückgezahlt werden. Dieser Artikel erklärt, welche Schallwerte ab 2026 gelten, wie Sie das richtige Gerät identifizieren und warum die Prüfung vor der Auftragserteilung entscheidend ist.
Warum die Schallanforderung ab 2026 strenger ist
Bis zum 31. Dezember 2025 reichte es, wenn das Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe den Ökodesign-Grenzwert um mindestens 5 dB(A) unterschritt. Seit dem 1. Januar 2026 wurde dieser Abstand auf 10 dB(A) verdoppelt. Die rechtliche Grundlage bildet die EU-Durchführungsverordnung Nr. 813/2013, die für Raumheizgeräte und Kombiheizgeräte mit Wärmepumpe nach Leistungsklassen gestaffelte Schallleistungsgrenzwerte definiert.
Die Verschärfung betrifft ausschließlich Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Außengerät. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind von dieser Schallanforderung nicht betroffen, da sie kein Außengebläse haben.
Wichtig: Maßgeblich ist das Datum des Förderantrags, nicht das Einbaudatum: Die neue Anforderung gilt für alle Anträge, die ab dem 1. Januar 2026 bei der KfW gestellt werden.
Die konkreten Schallgrenzwerte im Überblick (Stand: 01.01.2026)
Die förderfähigen Höchstwerte für den Schallleistungspegel (L_WA außen) ergeben sich, indem vom jeweiligen Ökodesign-Grenzwert 10 dB abgezogen werden:
| Wärmenennleistung | Ökodesign-Grenzwert (EU-VO 813/2013) | Max. L_WA für KfW-Förderung ab 2026 |
|---|---|---|
| ≤ 6 kW | 65 dB(A) | 55 dB(A) |
| > 6 kW bis ≤ 12 kW | 70 dB(A) | 60 dB(A) |
| > 12 kW bis ≤ 30 kW | 78 dB(A) | 68 dB(A) |
| > 30 kW bis ≤ 70 kW | 88 dB(A) | 78 dB(A) |
Quelle: EU-Verordnung Nr. 813/2013; Richtlinie BEG EM vom 17.08.2026 (BAnz AT 27.08.2026); KfW-Merkblatt 458, Stand 07/2026
Wichtiger Hinweis zur Messart: Bei L_WA handelt es sich um den A-bewerteten Schallleistungspegel in Dezibel – nicht um den Schalldruckpegel, der in einem bestimmten Abstand gemessen wird. Beide Werte dürfen nicht verwechselt werden. Der relevante Wert steht im Hersteller-Datenblatt unter „Schallleistungspegel außen" oder „L_WA outdoor".
Welche Geräte sind noch förderfähig?
Nicht jede auf dem Markt erhältliche Luft-Wasser-Wärmepumpe erfüllt die neuen Anforderungen. Ältere Modelle mit höheren Schallwerten scheiden damit aus der Förderung aus. Neuere Geräte der Baujahre ab ca. 2022/2023 unterschreiten die Grenzwerte in vielen Fällen – eine individuelle Prüfung bleibt aber in jedem Fall notwendig.
Maßgeblich ist ausschließlich die Listung im Wärmeerzeuger-Portal (WEP) des BAFA. Das WEP ist eine öffentlich zugängliche Online-Datenbank, in der alle potenziell förderfähigen Wärmeerzeuger hinterlegt sind – inklusive der hinterlegten Schallleistungspegel. Steht ein Gerät nicht in dieser Datenbank, ist es nicht förderfähig – auch nicht auf Basis eines Einzelnachweises durch den Fachbetrieb.
So prüfen Sie ein Gerät:
- Hersteller und exakte Modellbezeichnung (inkl. Leistungsstufe) aus dem Angebot notieren
- Im Wärmeerzeuger-Portal des BAFA (elan1.bafa.bund.de) nach dem Modell suchen
- Den dort ausgewiesenen Schallleistungspegel außen (L_WA) mit den Grenzwerten in der obigen Tabelle vergleichen
- Im Zweifel: Fachunternehmen oder Energieberater die Förderprüfung im Rahmen der Bestätigung zum Antrag (BzA) übernehmen lassen
Weitere technische Mindestanforderungen für KfW 458 (Stand 07/2026)
Die Schallanforderung ist eine von mehreren Fördervoraussetzungen. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen gelten zusätzlich:
- Jahresarbeitszahl (JAZ) ≥ 3,0, rechnerisch nachgewiesen nach VDI 4650 Blatt 1
- Listung im Wärmeerzeuger-Portal (WEP) des BAFA zum Zeitpunkt der Antragstellung
- Netzdienliche Steuerbarkeit nach § 14a EnWG (SG-Ready-Schnittstelle o. Ä.)
- Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B mit Dokumentation
- Effizienzwert ηs,h ≥ 150 % bei 35 °C Vorlauftemperatur (Luft-Wasser)
- Ab 01.01.2028: nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln (z. B. Propan R290) förderfähig
Fehlt eine dieser Voraussetzungen, wird der Antrag vollständig abgelehnt bzw. der Zuschuss muss zurückgezahlt werden.
Förderhöhe und Antragsprozess (Stand: KfW-Merkblatt 07/2026)
Die Heizungsförderung über KfW 458 setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:
| Förderbaustein | Satz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Alle Antragsteller, förderfähige Wärmepumpe im Bestandsgebäude (≥ 5 Jahre alt) |
| Klimageschwindigkeitsbonus | +16 % (sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte) | Austausch einer noch funktionsfähigen fossilen Heizung, nur selbstnutzende Eigentümer |
| Einkommensbonus | +40 % / +30 % / +10 % | Nur selbstnutzende Eigentümer; zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000 € / 40.000 € / 50.000 € (mit Kind jeweils 10.000 € höher) |
| Maximum | 70 % (80 % bei zvE bis 30.000 €, mit Kind bis 40.000 €) | Kombination aller Boni |
Die förderfähigen Kosten sind für die erste Wohneinheit auf 28.000 Euro begrenzt (Stand: KfW-Merkblatt 458, Fassung 07/2026). Der maximale Zuschuss beträgt damit 19.600 Euro (70 % × 28.000 €) bzw. 22.400 Euro bei einkommensschwachen Selbstnutzern (80 % × 28.000 €).
Antragsreihenfolge – diese Reihenfolge ist zwingend:
- Angebot einholen und Liefer-/Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung der KfW-Zusage und voraussichtlichem Umsetzungsdatum abschließen
- Förderantrag im Portal „Meine KfW" stellen (inkl. Bestätigung zum Antrag BzA durch Fachunternehmen)
- Nach der Zusage (Eintritt der Bedingung): Einbau durchführen lassen
- Nach Abschluss: Bestätigung nach Durchführung (BnD) einreichen und Auszahlung beantragen
Anträge nach Abschluss eines Vertrags ohne Förderbedingung oder nach Baubeginn sind ausgeschlossen.
Häufiger Praxisfehler: Schallanforderung wird übersehen
In der Praxis läuft die Planung oft so ab: Installateursbetrieb und Eigentümer einigen sich auf ein Modell, der Antrag wird gestellt – aber die Schallanforderung wurde nicht geprüft. Das Gerät steht entweder gar nicht im WEP oder mit einem zu hohen Schallwert. Folge: vollständige Ablehnung des Zuschusses.
Empfehlung: Beauftragen Sie vor der Geräteauswahl einen unabhängigen Energieberater (dena-Energie-Effizienz-Experten) oder lassen Sie das Fachunternehmen die WEP-Listung schriftlich bestätigen. Diese Prüfung ist Bestandteil der BzA und damit ohnehin Pflicht – sie sollte aber explizit auf den Schallwert eingehen.
Fazit
Die Schallanforderung bei KfW 458 ist seit dem 1. Januar 2026 kein optionales Qualitätsmerkmal, sondern eine harte Fördervoraussetzung. Geräte, die den neuen Grenzwert nicht einhalten, erhalten keinen Zuschuss – auch nicht, wenn alle anderen Bedingungen erfüllt sind. Die Prüfung des Schallleistungspegels im BAFA-Wärmeerzeuger-Portal muss vor der Geräteauswahl und vor Antragstellung erfolgen.
KfW 458: Mandatory Noise Limits for Heat Pumps – Which Units Are Still Eligible for Funding in 2026
Since January 1, 2026, a stricter noise requirement has applied to KfW (German state development bank) heating funding (program 458): the outdoor unit of an air-to-water heat pump must have a sound power level (L_WA) at least 10 dB(A) below the limits of the EU Ecodesign Regulation No. 813/2013. For funding applications submitted from January 1, 2026, units that do not meet this value are excluded from funding entirely.
In practice, many installation companies and owners are unaware of this rule. The result: the funding application fails after the fact – or the grant has to be repaid. This article explains which noise values apply from 2026, how to identify the right unit, and why checking before placing the order is crucial.
Why the noise requirement is stricter from 2026
Until December 31, 2025, it was sufficient for the outdoor unit of an air-to-water heat pump to fall below the Ecodesign limit by at least 5 dB(A). Since January 1, 2026, this margin has been doubled to 10 dB(A). The legal basis is EU Implementing Regulation No. 813/2013, which defines sound power limits, graded by capacity class, for space heaters and combination heaters with heat pumps.
The tightening applies exclusively to air-to-water heat pumps with an outdoor unit. Brine-to-water and water-to-water heat pumps are not affected by this noise requirement, as they have no outdoor fan.
Important: The decisive date is the date of the funding application, not the installation date: the new requirement applies to all applications submitted to KfW from January 1, 2026.
The specific noise limits at a glance (as of 01.01.2026)
The maximum eligible values for the sound power level (L_WA outdoor) are obtained by subtracting 10 dB from the respective Ecodesign limit:
| Rated heat output | Ecodesign limit (EU Reg. 813/2013) | Max. L_WA for KfW funding from 2026 |
|---|---|---|
| ≤ 6 kW | 65 dB(A) | 55 dB(A) |
| > 6 kW to ≤ 12 kW | 70 dB(A) | 60 dB(A) |
| > 12 kW to ≤ 30 kW | 78 dB(A) | 68 dB(A) |
| > 30 kW to ≤ 70 kW | 88 dB(A) | 78 dB(A) |
Source: EU Regulation No. 813/2013; BEG EM Guideline of 17.08.2026 (BAnz AT 27.08.2026); KfW Fact Sheet 458, as of 07/2026
Important note on the type of measurement: L_WA is the A-weighted sound power level in decibels – not the sound pressure level measured at a particular distance. The two values must not be confused. The relevant value can be found in the manufacturer's data sheet under "Schallleistungspegel außen" or "L_WA outdoor".
Which units are still eligible for funding?
Not every air-to-water heat pump available on the market meets the new requirements. Older models with higher noise values are therefore excluded from funding. Newer units from roughly model year 2022/2023 onward fall below the limits in many cases – but an individual check remains necessary in every case.
The only deciding factor is the listing in the BAFA (Federal Office for Economic Affairs and Export Control) Heat Generator Portal (Wärmeerzeuger-Portal, WEP). The WEP is a publicly accessible online database in which all potentially eligible heat generators are registered – including their recorded sound power levels. If a unit is not in this database, it is not eligible for funding – not even on the basis of an individual proof provided by the specialist company.
How to check a unit:
- Note the manufacturer and exact model designation (including output level) from the quotation
- Search for the model in the BAFA Heat Generator Portal (elan1.bafa.bund.de)
- Compare the outdoor sound power level (L_WA) shown there with the limits in the table above
- If in doubt: have a specialist company or energy consultant carry out the funding check as part of the confirmation for the application (Bestätigung zum Antrag, BzA)
Further technical minimum requirements for KfW 458 (as of 07/2026)
The noise requirement is one of several funding conditions. The following additionally apply to air-to-water heat pumps:
- Seasonal performance factor (JAZ) ≥ 3.0, demonstrated by calculation according to VDI 4650 Part 1
- Listing in the BAFA Heat Generator Portal (WEP) at the time of application
- Grid-serving controllability under § 14a EnWG (SG-Ready interface or similar)
- Hydraulic balancing according to Method B with documentation
- Efficiency value ηs,h ≥ 150% at 35 °C flow temperature (air-to-water)
- From 01.01.2028: only heat pumps with natural refrigerants (e.g., propane R290) are eligible for funding
If any of these requirements is missing, the application is rejected in full or the grant must be repaid.
Funding amount and application process (as of KfW Fact Sheet 07/2026)
Heating funding via KfW 458 consists of several components:
| Funding component | Rate | Requirement |
|---|---|---|
| Basic funding | 30% | All applicants, eligible heat pump in an existing building (≥ 5 years old) |
| Climate Speed Bonus | +16% (decreases by 4 percentage points every six months from 01.02.2027) | Replacement of a still-functioning fossil heating system, owner-occupiers only |
| Income bonus | +40% / +30% / +10% | Owner-occupiers only; taxable household income up to €30,000 / €40,000 / €50,000 (€10,000 higher in each case with a child) |
| Maximum | 70% (80% for taxable household income up to €30,000, with a child up to €40,000) | Combination of all bonuses |
Eligible costs for the first residential unit are capped at €28,000 (as of KfW Fact Sheet 458, version 07/2026). The maximum grant is therefore €19,600 (70% × €28,000) or €22,400 for low-income owner-occupiers (80% × €28,000).
Application sequence – this order is mandatory:
- Obtain a quotation and conclude the supply/service contract with a condition precedent or condition subsequent tied to the KfW approval and the expected implementation date
- Submit the funding application in the "Meine KfW" portal (including the confirmation for the application, BzA, issued by a specialist company)
- After approval (occurrence of the condition): have the installation carried out
- After completion: submit the confirmation after implementation (Bestätigung nach Durchführung, BnD) and apply for payout
Applications submitted after a contract without a funding condition has been concluded, or after construction has started, are excluded.
Common practical mistake: the noise requirement is overlooked
In practice, planning often goes like this: the installation company and the owner agree on a model, the application is submitted – but the noise requirement was not checked. The unit is either not in the WEP at all or is listed with a noise value that is too high. Consequence: complete rejection of the grant.
Recommendation: Before selecting a unit, commission an independent energy consultant (dena [German Energy Agency] energy efficiency experts) or have the specialist company confirm the WEP listing in writing. This check is part of the BzA and is therefore mandatory anyway – but it should explicitly address the noise value.
Conclusion
Since January 1, 2026, the noise requirement under KfW 458 is no longer an optional quality feature but a strict funding condition. Units that do not meet the new limit receive no grant – even if all other conditions are met. The sound power level must be checked in the BAFA Heat Generator Portal before the unit is selected and before the application is submitted.