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Recht und Pflichten · Gebäudemodernisierungsgesetz

Bio-Treppe erklärt: Was Ihre Gas- oder Ölheizung ab 2029 wirklich kostet

Stand 2026-08-31 · 6 Min. Lesezeit · Einsteiger · Geprüft von Alexander Klein, Energieeffizienz-Experte (dena)

Die Bio-Treppe ist der Preis dafür, dass die 65-Prozent-Regel gefallen ist. Sie dürfen wieder eine Gas- oder Ölheizung einbauen — aber der Brennstoff, den Sie hineinfüllen, muss ab 2029 einen steigenden Anteil erneuerbarer Energie enthalten. Und der ist teurer.

Das Unangenehme daran: Die Mehrkosten kommen nicht beim Einbau, sondern verteilt über zwanzig Jahre. Beim Angebotsvergleich tauchen sie nirgends auf.

Die Stufen

aberneuerbarer Anteil im Brennstoff
202910 %
203015 %
203530 %
204060 %
2045klimaneutral

Wichtig: Die Pflicht hängt am Brennstoff, nicht am Gerät. Ihre Heizung wird nicht verboten und muss nicht umgerüstet werden. Was sich ändert, ist der Preis dessen, was Sie kaufen.

Warum das Geld kostet

Erneuerbare Anteile im Gas — Biomethan, später grüner Wasserstoff — sind in der Herstellung deutlich aufwendiger als Erdgas. Das gilt entsprechend für erneuerbare flüssige Brennstoffe beim Öl.

Wie groß der Aufschlag ausfällt, hängt davon ab, wie die Quote am Ende ausgestaltet wird — und genau das ist noch offen. Die Grüngas-Quote soll bis zum 01.12.2026 geregelt werden. Solange das nicht steht, kann Ihnen niemand seriös einen Cent-Betrag je Kilowattstunde nennen.

Was sich aber sagen lässt: Die Richtung ist eindeutig und die Stufen sind im Gesetz festgeschrieben. Wer heute eine fossile Heizung einbaut, entscheidet sich für einen Brennstoff, der planmäßig teurer wird.

Der Denkfehler beim Angebotsvergleich

Die typische Rechnung sieht so aus:

Gasheizung 12.000 €, Wärmepumpe 30.000 €. Also ist Gas günstiger.

Diese Rechnung ist unvollständig, und zwar an drei Stellen:

Erstens die Förderung. Die Wärmepumpe ist förderfähig, die Gasheizung nicht. Je nach Bonus bleibt vom Anschaffungsunterschied deutlich weniger übrig, als die Bruttopreise vermuten lassen.

Zweitens die Nutzungsdauer. Eine Heizung, die Sie 2026 einbauen, läuft üblicherweise bis in die 2040er Jahre. Sie erlebt damit jede Stufe der Bio-Treppe — auch die 60 Prozent ab 2040.

Drittens der Zeitpunkt der Kosten. Der Anschaffungspreis tut einmal weh und ist dann vorbei. Der Brennstoffpreis begleitet Sie jeden Winter, und er steigt planmäßig.

Ein ehrlicher Vergleich stellt beides über dieselbe Laufzeit gegenüber: Anschaffung minus Förderung plus Betrieb über zwanzig Jahre. Erst diese Zahl beantwortet die Frage.

Was das für Ihre Entscheidung heißt

Heizung läuft und ist jünger als 15 Jahre: Nichts tun. Es gibt keine Austauschpflicht, und Ihre Anlage ist absehbar nicht betroffen.

Heizung ist 15 bis 25 Jahre alt: Jetzt ist der richtige Moment zu rechnen — bevor sie im Januar ausfällt und Sie unter Zeitdruck entscheiden. Eine Notlösung im Winter wird fast immer die teurere.

Heizung defekt: Auch dann gilt keine Pflicht zur Wärmepumpe. Aber lassen Sie sich beide Wege über die Nutzungsdauer vorrechnen, bevor Sie unterschreiben. Der Preisunterschied beim Einbau ist selten der entscheidende.

Neubau: Hier ist die Frage in der Regel ohnehin entschieden. Mit dem Nullemissionsstandard ab 2030 und der Lebenszyklus-Bilanz ab 2028 ist eine fossile Heizung im Neubau kaum noch sinnvoll darstellbar.

Was noch offen ist

Wie die Quote nachgewiesen und durchgesetzt wird, ob es Ausnahmen für Härtefälle gibt und wie sich die Aufschläge tatsächlich entwickeln — all das ist bis zur Regelung der Grüngas-Quote nicht abschließend geklärt.

Seien Sie deshalb skeptisch bei Angeboten, die Ihnen entweder Panik machen oder Entwarnung geben. Beides ist derzeit nicht belegbar. Belegbar sind nur die Stufen — und die reichen für eine vernünftige Entscheidung völlig aus.

Hinweis

Stand 29.07.2026. Die Prozentsätze und Jahreszahlen stehen im GModG fest. Die konkrete finanzielle Auswirkung hängt von der noch ausstehenden Grüngas-Quote ab; wir aktualisieren, sobald sie geregelt ist.

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